Ostern weltweit: So feiert man Ostern anderswo


 

Die Welt feiert Ostern, rund um den Globus haben zum gleichen Termin am Sonntag nach dem ersten Frühlings-Vollmond Ostereier und -hasen Konjunktur. Doch es gilt: andere Ländern, andere Osterbräuche.

Immer dabei: Eier und Hasen, die an Ostern ihren großen Auftritt haben. Dabei steht das Ei für die Entstehung des Lebens, der Hase für Fruchtbarkeit. Ostereier und Osterhasen gab es einst schon bei den Frühlingsfesten im alten Ägypten, Persien, Griechenland und Erste Belege für den Osterhasen sind von Georg Franck von Franckenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg, überliefert. Er verschickte im Jahr 1678 eine Grußkarte, auf der ein Osterhase Eier bemalt. So lässt sich der Einsatz des Osterhasen als Überbringer der Ostereier über dreihundert Jahre zurückverfolgen.

Die kostbarsten Eier schuf der russische Goldschmied und Juwelier Carl Gustav Fabergé. Er hat die perfekte Form des Eis quasi geadelt und bewiesen, dass Ostereier keineswegs nur als Schokoladenversion glücklich machen. Für den Hoch- und Geldadel stellte Fabergé insgesamt 50 juwelenbesetzte, mit kostbaren Miniaturen gefüllte Schmuckstücke in Form von Ostereiern her. Von 44 Fabergé-Eiern ist der Verbleib bekannt, fast alle befinden sich in Privatbesitz, wie jene neun Eier aus der Sammlung des Unternehmers Viktor Vekselberg, die im Fabergé-Museum St. Petersburg zu bewundern, sind. Von sechs Eiern fehlt jede Spur.

Die Engländer hingegen verlegen sich zu Ostern aufs Eierrollen. Sie lassen gekochte, bunt gefärbte Eier nebeneinander eine Straße hinunterrollen. Das Ei, das zuerst kaputt geht, gewinnt. Werden die Eier von Hügeln hinuntergerollt, gewinnt das Ei, das den weitesten Weg zurücklegt. Hintergrund ist es, symbolisch den Stein darzustellen, der vom offenen Grab Jesu weggerollt wurde.

Auch die Neue Welt rollt fleißig Eier. Das „Egg-Rolling“ am Ostermontag im Garten des Weißen Hauses in Washington ist legendär: Auf Einladung der First Lady rollen Kinder Eier um die Wette. Am Ostermontag wird ein Gartenstück zur Spielwiese und Dutzende von Eiern rollen hinunter. Als Dankeschön erhält jedes Kind ein vom Präsidenten und seiner Frau signiertes Holzei. Auch in Frankreich suchen Kinder erst am Ostermontag nach Ostereiern und Süßigkeiten. Versteckt werden Ostereier schon seit dem 17. Jahrhundert.

Auch das Abbrennen von Kerzen und Osterfeuern als Symbol der Auferstehung ist weit verbreitet. In Rumänien, Griechenland oder Schottland vermischen sich hierbei christliche mit keltischen Bräuchen.

„Wasser marsch“ ist in Polen angesagt: Hier besteht die Gefahr, dass man am Ostermontag mit einer Wasserpistole bespritzt wird, was vor allem unter Jugendlichen beliebt ist. Der Brauch erinnert an die Taufe des polnischen Herrschers Mieszko I, der 966 das Christentum nach Polen brachte.

Neben den Karfreitagsprozessionen gehört in Italien die Ostertorte zur Tradition: ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat. Gern gegessen wird auch die Ostertaube, eine Art Hefe-Gugelhupf.

In Finnland schlagen sich Freunde und Bekannte am Palmsonntag leicht mit Birkenruten. Das soll Glück bringen und erinnert an die Palmwedel, mit denen Jesus vor 2000 Jahren in Jerusalem empfangen wurde. Die Schweden hingegen schmücken ihre Wohnungen mit Birkenreisig und knallig-bunten Federpuscheln und verjagen die bösen Osterhexen mit Feuerwerkskörpern, Lärm und Osterfeuern.

In Mexiko dauern die Osterfestlichkeiten fast zwei Wochen. Sie haben Volksfestcharakter, es wird getanzt und über den Straßen hängen Girlanden aus buntem Toiletten- und Krepppapier.

Posted on 22. März 2016 in Allgemein

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