Culinary Hot Spotting

Die Gastronomie ist ein lebender Kosmos und in ständiger Bewegung. Alles andere wäre Rückstand, was in einer schnellen Stadt wie Frankfurt ja nun wirklich kein Thema ist. Neue Gaumengenüsse kommen – oder sind schon da.

 

Geschützte Soß‘

Handkäs und Apfelwein haben es geschafft, und jetzt auch unsere Frankfurter Grie Soß‘. Endlich gewährte die EU-Kommission einer weiteren hessischen Spezialität den ihr gebührenden Schutz. Die Grie Soß‘ hat nun das offizielle Siegel „geschützte geografische Angabe“. Das bedeutet: Mindestens eine der Produktionsstufen Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung muss im Herkunftsgebiet durchlaufen werden, und die sieben Kräuter müssen in Frankfurt oder zumindest nahe der Stadtgrenzen angebaut werden. Die Grie Soß‘ besteht nun EU-amtlich abgesichert aus Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch, wobei ein Kraut einen Anteil von maximal 30 Prozent haben darf. Und wer Dill reinmacht, ist garantiert aus Nordhessen und sollte sich vorsehen: In Frankfurt treibt eine schnell wachsende Personengruppe mit dem Motto „Kill Dill“ ihr Unwesen.
Das Grüne Soße Festival im Mai ist so gut wie ausverkauft. Unsere Freundin, die vielseitige Künstlerin Maja Wolff, und ihr Partner Torsten Müller, sind bereits am Feinschliff der mittlerweile 9. Auflage des beliebten kulinarisch-kulturellen Wettbewerbs, bei dem das Publikum als Jury die beste Grie Soß´ wählt. http://www.gruene-sosse-festival.de

 

Lesecafé mit neuen Wirten

Im Lesecafé Sachsenhausen wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Julia Heldenberg und Antje Lichtenheld haben das nette Café im Hinterhof, nicht weit vom Schweizer Platz, übernommen. Damit beginnt nach 30 Jahren eine neue Ära, mit Renovierung und frischen Ideen. Doch das Grundkonzept bleibt: Schließlich ist das Lesecafé bekannt dafür, dass Gäste lange verweilen und ausgiebig schmökern dürfen, in Büchern aus der Buchhandlung nebenan und in den gut sortierten Zeitungen und Zeitschriften des Cafés. Vom Frühstück über Mittagstisch und gute Kuchen reicht das Angebot. Neu ist der Apéro: sich nach der Arbeit auf ein Glas Wein treffen und einen Happen essen soll im Lesecafé montags bis freitags zwischen 18 und 20 Uhr gepflegt werden.

 

Kaffee im Museumscafé

In Frankfurt ein Museumslokal zu betreiben ist nicht einfach, wenn kapriziöse Museumsleiter ihre eigenen gastronomischen Ideen umgesetzt sehen wollen. Deshalb also noch mal schnell ins Café im Liebieghaus, um den nostalgischen Charme, die wunderbaren Kuchen und die verträumte Terrasse vielleicht ein letztes Mal zu erleben. Denn die Tage des lauschigen Ortes sind gezählt. Nach 23 Jahren soll das Café am 30. Juni geschlossen – und 2017 saniert werden. Ein Nachfolger wird gesucht.
Auch das Museum für Angewandt Kunst im frisch sanierten weißen Haus des US-Architekten Richard Meier hat sein Museumsrestaurant Emma Metzler geschlossen. Nachdem es mit der Chemie zwischen Museum und den Pächtern des gehobenen Restaurants Emma Metzler nicht mehr geklappt hat, soll nun ein Café etabliert werden.

 

Nykke & Kokki ist wieder da

Mit gleich zwei neuen Läden geht Michael Frank von Nykke & Kokki an den Neustart, der neben Catering auch Gastronom der Schirn war. Die beiden ehemaligen Sandwicher-Filialen am Baseler Platz und an der Feldbergstraße im Westend sind nicht wieder zu erkennen. Ein drittes Lokal betreibt Nykke & Kokki am Flughafen Frankfurt. Das Sortiment der Filialen ist weitgehend gleich. Bio-Backwaren aus eigener Herstellung, Bio-Kaffeespezialitäten, Bio-Salate, belegten Stulle, Focaccie, Kuchen, Smoothies, Säfte, Obst- und Dessertbecher an sowie ein wöchentlich wechselndes Speisenangebot mit vier warmen Gerichten. Alles zum Verzehr vor Ort oder Mitnehmen. Neben dem gastronomischen Angebot bietet Nykke & Kokki hausgemachte Eigenprodukten wie Marmeladen, Gewürzsalze, Backwaren und hausgemachte Suppen und Fertiggerichte für Zuhause. Info http://www.nykke-kokki.com/restaurants/feldbergstra%C3%9Fe.html

 

Kofler goes Berlin

Klaus-Peter Kofler, der rasende Welt-Caterer aus Bad Homburg, eröffnet in Berlin ein Restaurant und setzt dort das Konzept des in London erfolgreichen Pachamama in die Hauptstadt um. Essen muss einfach und unkompliziert sein, findet KPK, und genau das trifft auf die geschmacksintensive und aromareiche Küche aus Peru zu. Wann und Wo steht noch nicht fest, Mitte wäre ein idealer Standort, findet der Caterer.

 

Kofler goes Bad Homburg

Während Klaus-Peter Kofler in aller Welt catert, eröffnet sein Vater Mitte April im Kulturbahnhof Bad Homburg Kofler’s Restaurant. Man darf gespannt sein, was die Kofler’sche Ideenschmiede in dem prachtvoll restaurierten Gebäude aufbietet, das sich zur begehrten Eventlocation entwickelt hat. https://www.koflerkompanie.com/locations/frankfurt/kulturbahnhof/

 

Neue Wege neben der Nibelungenschänke

Seit 37 Jahren betreibt Dionissios Miliadis die Nibelungenschänke am Alleenring im Nordend. Um die Ecke, gegenüber der Deutschen Nationalbibliothek, hat er nun das ehemalige Café Holzhausen gemeinsam mit seiner Partnerin Dimitra Petsa zu einem flotten Weinbistro umgebaut. „Oinotheke Fine Wine & Tasty Food” setzt sich aus dem altgriechischen „Oino” für Wein und “theke” für Lager zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf einfacher, hausgemachter Küche und guten Weinen. Außerdem samstags und sonntags ab 10 Uhr Brunch. Infos http://oinotheke.com

 

Ein Atelier für die Oma

Das Caracol an der Schneckenhofstraße ist Geschichte. Nach langer Umbauphase hat dort nun Michael Riemenschneider das nach seiner Oma benannte Atelier Wilma eröffnet. Der als Starkoch aus London angekündigte Hessenbub aus Usingen hat 21 Gerichte auf der Karte, die man einzeln oder als Menü bestellen kann. Das 18 Plätze kleine Lokal ist mittags und abends geöffnet. Ein weiteres Lokal, benannt nach seinem Opa Reinhold, eröffnet Riemenschneider demnächst in Kirdorf. Dort soll es leger zugehen, gekocht werde gut-bürgerlich und in die Gläser kommt Apfelwein aus Opas Garten in Pfaffenwiesbach. Infos www.atelierwilma.restaurant

 

Detox mit Spaßfaktor

Hollywoodstars wie Gwyneth Paltrow und Selma Hayek schwören auf regelmäßige Kuren mit Detox-Säften. Detox-Interessierte können sich bei Saftcraft an der Schweizer Straße informieren, durchprobieren und einkaufen oder beliefern lassen. Saftcraft Bio-Säfte sind kaltgepresst – wegen der Nährstoffe – und unbehandelt – also reine Natur und nicht pasteurisiert, oder in Werbesprache: „ehrliches Premium Fastfood der neuen Generation“. Die Säften haben lustige Namen: Heldentrunk aus Apfel, Limette, Minze Ingwer. In Liquid Sun stecken Karotte, Apfel, Kurkuma und Leinöl, während Rocking Rübe unter anderem aus Roter Bete gepresst wird – und viele mehr. Eine Detox-Saft-Kur basiert auf sechs Drinks täglich. Die Inhaber haben ihre Ideen auch schon namhaften Unternehmen schmackhaft gemacht. Manche lassen sich einen Kühlschrank mehrmals wöchentlich mit Saftcraft Premium-Säften befüllen, andere machen gemeinsam eine Corporate-Detox-Saft-Challenge nach US-Vorbild. Mehr Infos bei http://saftcraft.com

 

MainTor wird kulinarisch

Das vegane Lokal Vevay ist schon da, im neuen MainTor Areal zwischen Willy-Brandt-Platz und Main. Nun stehen zwei weitere gastronomische Neueröffnungen an. Im April eröffnet Gebäudeteil „MainTor Porta” an der Seckbächer Gasse (gegenüber Klosterhof) der bereits heftig gehypte Burgerladen What’s Beef. Nebenan soll bald das zweite Wewe ganztags Herzhaftes und Süßes anbieten. Wewe hat seine Wurzeln im Haus der Familie Wessinger, die in Neu-Isenburg in vierter Generation das Hotel-Restaurant-Konditorei Wessinger betreibt. Damit geht Inhaber Alexander Wessinger neue Wege: Das erste Wewe in der Bibliotheksbrücke Bad Vilbel macht seit gut zwei Jahren mit feinen Backwaren, Kuchen, Snacks, großer Terrasse und attraktivem Innenraum Furore. Tagsüber ist das Wewe im MainTor Café und Bistro, abends wandelt es sich zur Weinbar. In bester Lage gegenüber Frankfurter Hof, Theater und Oper.
Ach ja, weil es in FFM noch nicht genug Burger-Läden gibt, macht am Schweizer Platz Anfang April nun auch noch die als „Kult“ geltende US-Kette Bareburger ihre erste Deutschfiliale für Gourmet-Burger auf. So groß die Freude, dass derartige Europa- und Deutschlandpremieren in Frankfurt stattfinden, bleibt doch die Frage. Wer soll all die Burger essen? Infos  https://www.facebook.com/bareburger.ffm/?fref=ts

 

Eine L’Osteria für Offenbach

Beste Lage trifft auf beste Pizza. Ardi Goldman macht‘s möglich: In seinem Luv und Lee-Haus auf der Offenbacher Maininsel hat die dritte L’Osteria-Filiale im Rhein-Main Gebiet eröffnet. Die wagenradgroßen Pizzen gelten als „beste beste Pizza“ und zeichnen sich durch frische Zutaten und einen hauchdünnen knusprigen Boden aus. Auch die Pastagerichte sind verlockend, dazu kommen Weine erster Güte – ausschließlich DOC und besser – in die rustikalen Trinkbecher. Alles ganz dem Thema der cucina della mamma gewidmet. Von der Terrasse hat man neben Pizza auch die Frankfurter Skyline im Blick. Infos http://losteria.de/restaurant/offenbach/

 

Raus aufs Land?

 

Rhein nur Du allein…

Zu Ostern ist Saisonstart in Rüdesheim und Assmannshausen am Rhein. Die einmalige Wein- und Kulturlandschaft lässt sich dann wieder per Schiff, Seilbahn und Sessellift entdecken. Zudem lockt regionale Küche und weltbekannte Riesling- und Spätburgunderweine oder Entspannung in den Weinbergen oder am Niederwald-Denkmal mit tollen Aussichten. Unser Tipp: Ein Besuch in Breuers Rüdesheimer Schloss. Auf dessen Raritätenkarte stammt der älteste Wein aus dem Jahr 1727. Damit ist dieser Wein zwei Jahre älter als der 1729 vom Erzbischof von Mainz erbaute Zehnthof, in dem sich heute das schmucke Design-Hotel und Restaurant befinden. Das umfangreiche Weinangebot mit Schwerpunkt Rheingau hat der Hoteliersfamilie – verwandt und verschwägert mit dem berühmten Weingut Georg Breuer – den erstmals vom Deutschen Weininstitut verliehenen Titel „Ausgezeichnete Weingastronomie“ eingebracht. Infos www.ruedesheimer-schloss.com

 

Braten im Odenwald

Wer weiter in die Ferne schweifen will, sollte den Odenwald anpeilen. Im Hotel Treuschs Schwanen in Reichelsheim steht im Gasthaus “Johanns Stube“ der Sonntagsbraten auf dem Tisch. Eine Tradition, die die Inhaberfamilie Treusch jeden Sonntag hochleben lässt. Im März gibt’s Krustenbraten vom Schweinebauch mit Wirsinggemüse, im April dürfen sich Gäste an Schulterbraten vom Odenwälder Weiderind in Biersauce satt essen.

 

Stier in Hanau

Am Hanauer Heumarkt hat Apfelwein-Experte Jörg Stier aus Maintal-Bischofsheim den „Main Genuss Laden“ eröffnet mit „Köstlichkeiten von Dehaam“. Neben Produkten rund um den Apfelwein – mit Bembel und Gerippten bis zu Apfelwein in Flaschen – gibt es Bücher mit hessischen Rezepten, Spirituosen, Wurst, Käse, Brot, Gelee, Fruchtgummi, Bonbons und hauseigene Chutneys und Gelees. Geplant sind außerdem Verkostungen, Vorträge, Lesungen, Seminare und kleinere Konzerte. Info https://www.facebook.com/Main-Genuss-Laden-466785970173996/?fref=nf

 

Posted on 21. März 2016 in Allgemein

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